Deutsche Post

E-Mails verdrängen Briefpost

Die Deutsche Post hat im 1. Halbjahr 2009 einen Umsatzeinbruch verzeichnet. Einer der Hauptgründe: Immer mehr Kunden setzen auf E-Mails. Das Unternehmen will darauf mit neuen Angeboten und weiteren Sparprogrammen reagieren.

Der Deutschen Post brechen die Umsätze weg: Weil die Kunden ihre Korrespondenz zunehmend auf elektronischem Wege verschicken und angesichts der Krise weniger Werbepost versenden, gingen die Umsätze im Geschäftsbereich Brief im ersten Halbjahr um 5,6 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis brach sogar um ein Drittel auf 557 Millionen Euro ein. „Wir haben im Briefbereich ein strukturelles Problem, das durch die Wirtschaftskrise noch verschärft wird“, sagte Konzernchef Frank Appel bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in Bonn.

Neue Produkte

Die Post will auf die laut Appel „dramatischen und irreversiblen Volumenrückgänge“ nun mit weiteren Sparprogrammen sowie mit neuen Angeboten reagieren. So ist für das kommende Jahr das neue Produkt „Brief im Internet“ geplant. Geschäfts- und Privatkunden sollen sich für diesen kostenpflichtigen Service künftig bei der Post im Internet registrieren. Versicherungen, aber auch Ärzte könnten ihren Kunden bzw. Patienten dann nicht kostenlos, aber günstiger als bisher „auf sicherem Weg“ Angebote und Rechnungen als elektronische Post zukommen lassen. Kunden sollen ihre Dokumente elektronisch über die Plattform verwalten können. Wie viel der Service kosten soll, sei noch unklar. Ein erster größerer Test soll zum Jahresende starten.

Weitere Sparrunden

Die Konzernmitarbeiter werden sich auf weitere Sparrunden einstellen müssen. Allein in der Briefsparte sollen in diesem Jahr insgesamt rund 300 Millionen Euro eingespart werden, 180 Millionen davon wurden bereits realisiert. Im Gespräch ist vor allem eine Verlängerung der Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Auch wird über eine Auslagerung von Services nachgedacht sowie über einen Stellenabbau „auf Basis natürlicher Fluktuation“. Der Kündigungsschutz läuft 2011 aus. „Es geht hier nicht um Gewinnmaximierung, sondern um eine sanfte Landung“ angesichts der notwendigen „Transformation des Briefgeschäfts“, sagte Appel.

 
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